Geschichte
Im Rahmen der Durchführung der Verwaltungsreform entstand im Jahre 1969
aus den ehemalig selbständigen Gemeinden Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim
ein neues Gemeinwesen, das den Namen Römerberg führt. Da sich die heutige Gemeinde
Römerberg an der Römerstraße entlang zieht, ist der Name geschichtsbezogen und fand als
Neutrum die Zustimmung aller drei Ortsteile.
Die historischen Anfänge der ehemaligen Gemeinden, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen,
sollen hier nachstehend kurz aufgezeichnet werden.
Die Geschichte von
Römerberg
Römerberg ist heute eine typische Wohngemeinde mit hohem Freizeitwert. Aufgrund
der günstigen Verkehrsverhältnisse durch Straße und Schiene fahren täglich viele
Pendler zu ihren Arbeitsplätzen in Speyer, Ludwigshafen, Mannheim etc. Neben den
mittleren und kleinen Gewerbebetrieben haben auch die Landwirtschaft und der Weinbau
an den Hängen des Rheinhochgestades, im Haupt- und Nebenerwerbsbetrieb, noch eine
beachtliche Bedeutung in der Gemeinde.
Die in den über 30 Jahren geschaffenen Einrichtungen haben den Wohn- und Freizeitwert
erheblich verbessert und legen gleichzeitig Zeugnis für ein lebendiges und aktives Gemeinwesen
ab. Besonders erwähnenswert an dieser Stelle sind die Freizeitanlagen in allen drei
Ortsteilen und die Grillhütte im OT. Heiligenstein.
In der Ortsmitte des Ortsteils Berghausen wurde ein Evangelisches Seniorenzentrum
(betreutes Wohnen, Pflegeheim) errichtet und in Betrieb genommen, in dem sich
hilfe- und pflegebedürftige Personen unserer Gemeinde in Ihrer Heimatgemeinde wohl fühlen
und liebevoll versorgt werden.
Mit der neu errichteten Sporthalle mit Mehrzwecknutzung, genannt "Rhein-Pfalz-Halle",
neben dem Kreishallenbad OT. Heiligenstein die am 09.März 2001 eingeweiht wurde, konnte ein
lang gehegter Wunsch nach ausreichendem Sportstättenangebot in Römerberg erfüllt werden.
Damit stehen den Römerberger Vereinen, insbesondere den Sportvereinen, ausreichend große
Spielflächen (mit 22x44m) zur Verfügung
Die bedeutendsten gemeindlichen Maßnahmen in den nächsten Jahren werden sein:
- Verkehrsentlastung der Hauptverkehrsstraßen besonders in Berghausen und Heiligenstein.
- Maßvolle und am Bedarf orientierte Bauland- und Gewerbegebietsausweisung
- Verstärkung und gezielte Unterstützung der Jugend- und Vereinsarbeit
- Verbesserung und Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (S-Bahn Anbindung seit 10.12.2006)
- Natur- und Umweltschutz: Schutz und Erhalt unserer Rheinauenlandschaft, sowie Ablehnung eines weiteren Polders im Ortsteil Mechtersheim
- Weiterführung der konsequenten und umweltfreundlichen Schnakenbekämpfung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger
- Ausbau der 3. Reinigungsstufe auf der Kläranlage Römerberg.
Berghausen
Mündlichen Überlieferungen zufolge soll Berghausen ursprünglich ein großer Viehhof gewesen
sein, um den sich nach und nach einige Familien aus dem benachbarten Baden ansiedelten
und sich ausschließlich landwirtschaftlich betätigten. Im Jahre 1192 erscheint der Name
"Berchusen". Urkundlich bezeugt wird der Name Berghausen erstmals im Jahre 1249. Aus den
Urkunden über Stiftungen und Vermächtnisse, vor allem hinsichtlich der Güter und Liegenschaften,
dürfte zu schließen sein, daß der "gehobene" und "höchste Stand" über die Ländereien verfügte,
während die Einwohner Gesindedienste leisteten.
Es liegt die Vermutung nahe, daß in Berghausen bereits 1268 eine Kapelle bestand, denn 1476
wird Johannes Unbereydt von Wimpfen als Verweser der Kaplanpfründe des St. Pantaleonaltares
in der Kapelle zu Berghausen erwähnt.
Heiligenstein
Der Ort wird im Jahre 1190 im Wormser Urkundenbuch unter der Bezeichnung "Heiligsten" erstmals
erwähnt. Im Jahre 1225 wird der Name Heiligenstein urkundlich erwähnt.
Der Zehnthof des Domkapitels Speyer zu Heiligenstein dokumentierte die besondere
Bedeutung des Dorfes, denn er hatte die Funktion der Aufnahme und Unterbringung sowie
die Verwaltung der angelieferten Güter und Produkte. So machte der Hof das Dorf zum
Mittelpunkt eines Einzugsgebietes und brachte Wohlstand auch für die Einwohner. Die
"Kirche zu Heiligenstein" wurde in einer Eußerthaler Urkunde 1235 als "wohlwollend"
bezeichnet, denn die Heiligensteiner Mutterkirche betreute nicht nur das gläubige
Volk im Dorf, sondern auch ringsum.
Heiligenstein war somit in der Zeit des Hochmittelalters durch die Funktion als
Mutterkirche und das Vorhandensein des Zehnthofes des Domkapitels ein bedeutender Mittelpunkt.
Mechtersheim
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mechtersheim
im Jahre 1035. Der Erzbischof von Mainz
schenkte "den Brüdern der Kirche der hl. Maria zu Eußerthal", damals ein Benediktinerkonvent,
ein Gut zu Mechtersheim. Das Erbe der Benediktiner übernahmen im Jahre 1148 bei der Stiftung
des Klosters Eußerthal Mönche aus dem 50 Jahre zuvor gegründeten Orden der Zisterzienser.
Von dieser Zeit an mehrten sich der Grundbesitz und die Rechte des Klosters Eußerthal in
Mechtersheim stetig. An die Errichtung einer Mühle erinnert heute nur noch der Name der
Gewanne Mühläcker. Abt und Konvent von Eußerthal müssen sie schon recht früh erbaut haben.